Es war einmal…

Im Jahre 1704 war Primus Lopitsch Besitzer der Liegenschaft in Glanz. Auf ihn dürfte auch der heutige Vulgoname – Loppitsch – zurückgehen. Der Hof unterstand der Grundherrschaft Witschein (Svencina), lag im Marburger Kreis und gehörte zum Steuerbezirk Trautenburg, sowie zur Pfarre Leutschach. Sein des 1704 genannten Besitzers, der ebenfalls Primus Lopitsch hieß, war mit Katharina verheiratet, die ihm die Kinder Simon, Jakob, Michael, Anton und Maria gebar. Das Paar hatte im Jänner1743 den Hof übernommen und bis zum Beginn des Jahres 1760 kann man ein Inventar für diesen Zeitpunkt im Landesarchiv kopieren lassen. In diesem Inventar werden sämtliche Habseligkeiten der Familie, vom Wagen bis zu den Möbeln, von Hacken bis zu Kerzenleuchtern angeführt. Der Viehstand und die Vorräte am Hof werden ebenfalls genannt.


Da der Hof in den Bergregistern der Herrschaft Witschein genannt wird kann mit Sicherheit gesagt werden, dass auf diesem Hof bereits zu damaliger Zeit Weinbau betrieben wurde.

In einer Notiz im Maria-Theresianischen Kataster wurde 1749 vermerkt, dass die Weinbauern am Maletschenberg im Allgemeinen keine so hohen Erträge zu erwarten hätten, da ihre Weingärten von „Schauergewittern“ und „Blatz Regen“ heimgesucht würden, die des öfteren Ausschwemmungen der Erde verursachten. Damals kostete ein Startin Wein aus dieser Gegend zwischen 13 und 14 Gulden. Ein Startin faßte 565,96 Liter. Ein Gulden war damals umgerechnet 70 Euro wert, so dass ein Liter Wein auf rund 1,70 Euro kam.

Neben den üblichen Steuern waren auch so genannte Kleindienste zu entrichten, das waren besondere Abgaben an die Grundherrschaft. Primus Lopitsch hatte damals an die Herrschaft Witschein 3 Hendl, 10 Eier und 3 Laibe Brot zu liefern. Fünf Robottage, an denen er für die Grundherrschaft arbeiten hätte müssen, löste er in barem Geld, insgesamt 30 Kreuzer (rund 35 Euro) ab.

Als nächster, bekannter Besitzer des Loppitschhofes scheint Simon Repolust auf, der mit Maria verheiratet war. Simon starb im Jänner 1822. Damals wurde der Hof auf 2.000 Gulden geschätzt. Zu dieser Zeit war ein Grunden rund 13,50 Euro wert. Hier muss aber berücksichtigt werden, dass Hof und Grundstück von der ähnlich dem heutigen Einheitswert bewertet wurden, damit bei einem Besitzwechel der neue Besitzer durch die anfallenden Abgaben nicht ruiniert werde. Mehr als vier Jahrzehnte später verkaufte Simon Repolusts Witwe Maria, wiederverehelichte Nickl(er) , den Hof an Apolonia Nickl. Im Kaufvertrag vom 4. Dezember 1865 wurd der Hof auf 2.700 Gulden geschätzt (1 Gulden = 9,5 Euro). Damals schrieb man den Vulgonamen: „Laubitsch“.


Die neue Besitzerin, Apolonia Nickl, ehelichte laut Trauschein vom 09. Jänner 1867 Andreas Germuth, der durch einen Ehevertrag den halben Hof überschrieben bekam. Mit Andreas kam erstmals der Familienname Germuth zum vulgo Loppitsch.

Das 20. Jahrhundert bis Heute

Leider gingen im Zuge von Kriegseinwirkungen im Jahre 1945 sämtliche Grundbücher des Bezirksgerichtes Leibnitz in Flammen auf, so dass eine weitere Lücke in der Besitzgeschichte des Loppitsch-Hofes entstand.

Mit dem Übergabevertrag vom 23. Juni 1926 beginnen die neuen Grundbücher, die zu Beginn der 1950er Jahre rekonstruiert wurden. Franz und Anna Krampl übergaben den Hof an Andreas und Angelika Krampl zu je der Hälfte. Nach dem Tod Andreas Krampls ging dessen Hälfte an seine Witwe Angela über. Diese heiratete laut Trauschein vom 19. Dezember 1932 in zweiter Ehe August Germuth (geb. 17. August 1902). Angela Germuth, verwitwete Krampl und geborene Kumerc war am 16. Mai 1898 geboren worden.

Laut Einantwortungsurkunde vom 09. März 1970, nach dem Tod von August Germuth, ging dessen Besitzhälfte an Adalbert Germuth. Die zweite Hälfte hatte Adalbert durch einen Übergabe- und Erbverzichtsvertrag vom 25. September 1969 bereits von Angela Germuth erhalten. Seit 2002 wird das Weingut von Ewald und Susanne geführt.